Kapitän Willy Freter 

 

Begründer der Seetouristik in Heiligenhafen

Kapitän Willy Freter wagte am 1. April 1960 den Sprung in die Selbständigkeit und gründete mit den Schiffen "Hai I" und "Hai II" einen Seebäderdienst, der zunächst während der Bauphase der Fehmarnsundbrücke Arbeiter transportierte und Ausflugsfahrten zur Besichtigung der Baustelle anbot. Täglich kreuzten in den besten Jahren siebe weiße Ausflugsdampfer mit den Initialen "WF" am Schornstein auf der Ostsee. Über 300 feste Arbeitsplätze schuf Willy Freter für die Warderstadt. Die Gewerbesteuer florierte, und wenn es um Spenden und Sponsoring ging, zeigte sich Willy Freter niemals knauserig.

Während des Baus der Fehmarnsundbrücke wurden viele Arbeiter per Schiff zur Brückenbaustelle transportiert. Ein findiger Petrijünger kam während der Wartezeiten auf die Idee, seine Angel von Bord auszuwerfen. Der Fangerfolg war überwältigend und eine neue Geschäftsidee war geboren! Sie sollte insbesondere Heiligenhafen über viele Jahre lang zum „Mekka" der Hochseeangler machen.

Damit begannen 1968 dann die so genannten "Butterfahrten" mit dem zollfreien Verkauf
von Butter, Schnaps, Zigaretten und Kaffee. Ein wahrer Boom setzte ein, Kapitän
Willy Freter kaufte in den nachfolgenden Jahren weitere Schiffe dazu.

Kapitän Willy Freter hat ein Stück Heimatgeschichte in Heiligenhafen geschrieben. Er gilt als Begründer der Seetouristik und genoss Jahre lang in ganz Schleswig-Holstein den Ruf als "Butterschiff-König". Mitte der 70er Jahre hatte Willy Freter die größte Angelkutterflotte an der Ostsee.  Ihm zu Ehren wurde der Hafenvorplatz "Kapitän-Willy-Freter-Platz" gewidmet und im Straßenpflaster befindet sich ein Mosaik mit dem einstigen Firmenemblem der Reederei und den Initialen "WF" . 

 

Quelle u.a. : Lübecker Nachrichten, Heimatmuseum Heiligenhafen