Historie & Nostalgie

Es ist die größte Schiffsbauserie der deutschen Seefahrtgeschichte. Im Jahr 1942 gab die Kriegsmarine insgesamt 1072 Aufträge für den Bau von Fischkuttern in Auftrag. Diese Aufträge waren als Aufträge für „normale“ Fischkutter getarnt und wurden vom damaligen Reichsernährungsministerium vergeben. Den Kuttern wurde die Serien Baunummern KFK 1 bis KFK 1072 zugeordnet.

Die größte Anzahl dieser Kutter verblieb nach 1945 in deutscher Nutzung, wobei dringende Aufgaben der Minenräumung unter der Leitung alliierter Verwaltung durchgeführt wurden. Ein weiterer Teil dieser Kutter wurde für die Fischerei und somit zur Nahrungsversorgung des Nachkriegsdeutschland eingesetzt.

Die Kutter wurden von insgesamt 42 Werften in sieben europäischen Ländern gebaut. Die Kriegsmarine setzte die KFK hauptsächlich als Wachboote, Minensuchboote und U-Jagd-Boote ein. Die als Wachboote eingesetzten Fahrzeuge wurden unter den ezeichnungen Hafenschutzboot, Vorpostenboot und Vorpostensicherungsboot
geführt

 

Einige wenige KFK überdauerten die Jahre aufgrund ihrer stabilen Bauweise und sind bis in die heutige Zeit als Ausflugsschiff, Privatyacht oder Hochsee-Angelkutter in Gebrauch.

  

In der Statistik des Schiffsregisters waren Ende des  

Jahres 2001 nur noch 24 KFK registriert.



1943 : Stapellauf:

Als KFK (Kriegsfischkutter) mit der Baunummer 189 von der Ernst Burmeister Werft in Swinemünde gebaut, lief die heutige MS HAI IV am 11. Mai 1943 vom Stapel. Sie wurde im zweiten Weltkrieg dem Küstensicherungsverband norwegische Westküste unterstellt.

1943 : Einsatz im Seekrieg

Der Kriegsfischkutter 189 erhielt nunmehr die Bezeichnung V 5530 und wurde Teil der 55. VP- Flottille vor Floorvag, der norwegischen Westküste und kam zum Sicherungsdienst als Minensucher und als Begleitschiff des U-Boot-Jägers Spree unter Korvettenkapitän Dr. Zintgraf, später unter Korvettenkapitän Ballerstedt zum Kriegseinsatz.  KFK- Vorpostenboote waren an allen Küsten im Einsatz. Ihre Aufgabe bestand u.a. im Schutz von Geleitzügen, Minenräumarbeiten, Aufklärungsfahrten und die Bekämpfung der Invasionsflotte. Ihre Bewaffnung war sehr unterschiedlich. Neben der Flak war oft auch ein 8,8 cm-Geschütz an Bord. Die Kommandanten waren entweder Reserveoffiziere oder seemännische Unteroffiziere.

1945 :Minenräumdienst:

Nach Kriegsende wurden die Schiffe der 55.VP-Flottlie, einschließlich des KFK 189 alias V 5530 bis zur Auflösung der Räumdivision in Norwegen im Herbst 1946 in der von den Alliierten gegründeten GMSA (German Mine Sweeping Administration), dem deutschen Minenräumdienst eingesetzt.

1953: Fischereischiff BX 515 Germania in Bremerhafen:

Wegen dringendem Versorgungsbedarf der Bevölkerung im Nachkriegsdeutschland wurden viele Kriegsfischkutter schnell zu Fischereikuttern umgewandelt, erhielten entsprechende Fischereikennzeichen und wurden von den Alliierten an deutsche Fischer verchartert. 1953 wurden die meisten an die Bundesrepublik Deutschland verkauft. Ein Teil dieser Kriegsfischkutter wurde wieder umgebaut zur erneuten militärischen Nutzung durch den Bundesgrenzschutz und später durch die Bundesmarine.
Der Großteil jedoch wurde durch die bisherigen Charterer oder andere Fischer erworben und weiterhin im Fischfang eingesetzt.

1976
Hochseeangeln mit der Reederei Willy Freter

Der KFK 189 alias BX 515 Germania wurde 1976
von Kapitän Willy Freter gekauft und als Hochseeangelkutter eingesetzt. Die
Schiffe HAI I bis HAI III befanden sich bereits in seinem Besitz, so war es nur
natürlich, das der KFK 189 den Namen MS „HAI IV“ getauft wurde

 

seit 2002

MS HAI IV Angeltouren GmbH Heiligenhafen

Die MS HAI IV:  seit März 2002 im Besitz der GmbH, steuert Eigner Jürgen Redder seither erfolgreich die Geschäfte rund um die Angeltouristik seines Kutters. Die große
Leidenschaft der Fan-Gemeinde des Sportangelns auf der Ostsee ist geblieben,
die inzwischen schon Ihren Enkeln das Hochseeangeln auf der HAI IV beibringen.

 

 

 

Literatur und Quellen :

 

Württembergische Landesbibliothek Stuttgart Landesarchiv www.wlb-stuttgardt.de-
„Chronik des Seekrieges 1939-1945,

Pfad: /Sammlungen/Bibliothek für Zeitgeschichte/Bestand/Sondersammlungen/Marine
(1850-1990)
sowie
www.deutsches-marinearchiv.de

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Liste der Kriegsfischkutter aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar